Warum ich mich für Sugardating entschied

Lesezeit: 9 Minuten
Meine Sugardating Entscheidung fiel an einem Dienstagabend im November 2022 in meiner WG in Zürich-Wiedikon. Ich sass am Küchentisch, starrte auf meinen Kontostand von 487 Franken und wusste: So geht es nicht weiter. Mein Jura-Studium verschlang Zeit und Geld, mein Nebenjob als Barista im Niederdorf brachte 22 Franken pro Stunde, und meine letzte Beziehung war nach sechs Monaten Dauerstress wegen meiner Uni-Verpflichtungen gescheitert. Ich brauchte eine Lösung, die zu meinem Leben passte, nicht umgekehrt.
Heute, über ein Jahr später, bereue ich diese Entscheidung keine Sekunde. Aber der Weg dahin war alles andere als geradlinig.
Der finanzielle Druck als Katalysator
Zürich ist teuer. Mein WG-Zimmer kostete 850 Franken warm, die Krankenkasse 320 Franken, dazu kamen Handyabo, ÖV-Abo und Studienmaterialien. Laut dem Bundesamt für Statistik lagen die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten für Studierende in Zürich 2022 bei 2100 Franken pro Monat. Mit meinem Barista-Job auf 60 Prozent kam ich auf etwa 2300 Franken brutto, nach Abzügen blieben 1950 Franken. Die Rechnung ging nicht auf.
Meine Eltern in St. Gallen konnten nicht helfen. Mein Vater war Frührentner, meine Mutter arbeitete Teilzeit im Detailhandel. Ein Stipendium hatte ich nicht erhalten. Ich hätte meine Arbeitszeit erhöhen können, aber dann wäre mein Studium gescheitert. Oder ich hätte das Studium abbrechen müssen. Beides keine Option.
An jenem Novemberabend scrollte ich durch Instagram und sah einen Post einer Bekannten aus dem Fitnessstudio. Sie trug eine Hermès-Tasche, die ich auf mindestens 8000 Franken schätzte, und stand vor dem Dolder Grand. Zwei Wochen zuvor hatte sie noch über ihre Geldsorgen geklagt. Im Chat erzählte sie mir von Sugardating, von MySugardaddy, von Arrangements, die ihr finanzielle Sicherheit und trotzdem Freiheit gaben.
Warum Sugardating für mich Sinn ergab
Ich bin ehrlich: Zuerst war ich skeptisch. Das klang nach Klischees, nach Abhängigkeit, nach etwas, das ich nie tun würde. Dann begann ich zu recherchieren. Laut einer Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz von 2021 hatten 12 Prozent der befragten Studierenden in der Schweiz bereits Erfahrungen mit bezahlten Dating-Arrangements gemacht. Die Dunkelziffer liegt vermutlich höher.
Was mich überzeugte: Sugardating bot mir drei Dinge gleichzeitig. Erstens finanzielle Unterstützung ohne Vollzeitjob. Zweitens Beziehungen mit erwachsenen Männern, die meine Prioritäten respektierten. Drittens Flexibilität, die mein chaotischer Stundenplan an der Universität Zürich brauchte. Ich hatte keine Lust mehr auf Typen in meinem Alter, die nach drei Dates erwarteten, dass ich jeden Abend Zeit hatte, während ich für Prüfungen lernen musste.
Meine Sugardating Entscheidung basierte also auf einer rationalen Analyse meiner Situation. Ich war 23, Single, attraktiv genug für diesen Markt, und ich hatte klare Grenzen, die ich zu kommunizieren bereit war. Die Frage war nicht mehr "ob", sondern "wie".
Der erste Schritt war der schwierigste
Im Dezember 2022 erstellte ich mein Profil auf MySugardaddy. Ich verbrachte einen ganzen Nachmittag damit, Fotos auszuwählen, die mich zeigten, ohne zu viel preiszugeben. Mein Profiltext beschrieb mich als Jura-Studentin mit Interesse an Kunst, Reisen und guten Gesprächen. Ich erwähnte nicht explizit finanzielle Erwartungen, aber ich machte klar, dass ich ein Arrangement suchte, kein konventionelles Dating.
Die ersten Nachrichten waren überwältigend. Innerhalb von 48 Stunden hatte ich 37 Anfragen. Viele waren respektlos oder unrealistisch. Aber zwischen all dem Lärm fand ich drei Männer, die mich interessierten. Einer davon, ein 48-jähriger Unternehmer aus Zollikon mit eigenem Beratungsunternehmen, wurde mein erstes Arrangement. Unser erstes Treffen fand im Restaurant Clouds im Prime Tower statt. Er bezahlte das Dinner für 340 Franken, und wir vereinbarten ein monatliches Taschengeld von 2500 Franken plus gelegentliche Geschenke für zwei bis drei Treffen pro Monat.
In meinem Beitrag über authentisch bleiben beim Date beschreibe ich, wie wichtig es war, von Anfang an ehrlich zu sein. Ich log nicht über meine Erwartungen, und ich spielte keine Rolle. Das machte die Sugardating Entscheidung nachhaltiger.
Was sich durch Sugardating veränderte

Innerhalb von drei Monaten stabilisierte sich meine finanzielle Situation komplett. Ich kündigte meinen Barista-Job nicht sofort, reduzierte aber auf 20 Prozent. Das Arrangement mit meinem ersten Sugardaddy lief acht Monate, dann beendeten wir es einvernehmlich, weil er beruflich nach Singapur wechselte. Bis dahin hatte ich gelernt, wie Sugardating funktioniert, welche roten Flaggen ich ignorieren musste, und wie ich meine Grenzen durchsetzte.
Die wichtigste Veränderung war mental. Ich fühlte mich nicht mehr wie ein Hamster im Rad, der für jeden Franken kämpfen musste. Ich konnte mir ein Yoga-Abo im Anahata Studio in Zürich-Seefeld leisten, 180 Franken pro Monat. Ich kaufte mir einen MacBook Air für 1400 Franken, statt auf einem sieben Jahre alten Laptop zu arbeiten. Ich flog im März 2023 mit meinem damaligen Daddy für ein verlängertes Wochenende nach Barcelona, Business Class, Hotel W am Strand.
Gleichzeitig lernte ich, dass Sugardating nicht nur Glamour ist. Es erfordert emotionale Intelligenz, klare Kommunikation und die Fähigkeit, professionelle Distanz zu wahren, ohne kalt zu wirken. Mehr dazu, wie ich mit schwierigen Situationen umging, findest du in meinem Artikel über Grenzen setzen im Sugardating.
Gründe für den Einstieg ins Sugardating aus heutiger Sicht
Rückblickend identifiziere ich fünf Hauptgründe, warum ich zur Entscheidung für Sugardating kam:
- Finanzielle Notwendigkeit gepaart mit dem Wunsch, mein Studium ohne Kompromisse zu beenden
- Frustration mit traditionellem Dating und Männern, die meine Ambitionen nicht verstanden
- Neugier auf eine Beziehungsform, die Transparenz über Erwartungen zur Grundlage macht
- Der Wunsch nach Mentoring und Zugang zu Netzwerken, die mir sonst verschlossen blieben
- Pragmatismus – ich sah eine Möglichkeit, die zu meinem Leben passte, und ergriff sie
Eine Umfrage der Plattform SeekingArrangement aus dem Jahr 2023 zeigte, dass 58 Prozent der europäischen Sugarbabes Studentinnen sind, und 73 Prozent gaben finanzielle Gründe als primäre Motivation an. Ich bin also kein Einzelfall.
Aber Geld war nicht alles. Mein zweiter Sugardaddy, ein 52-jähriger Anwalt aus Küsnacht, öffnete mir Türen zu Kunstauktionen bei Christie's und Networking-Events im Zunfthaus zur Meisen. Diese Erfahrungen hätte ich als Barista nie gemacht. Sie prägten mein Verständnis von Business, Kultur und gehobenen sozialen Codes, die mir im späteren Berufsleben als Anwältin nützen werden.
Herausforderungen und wie ich damit umging
Meine Sugardating Entscheidung war nicht ohne Schatten. Ich konnte niemandem in meiner Familie davon erzählen. Meine WG-Mitbewohnerinnen wussten nur, dass ich "jemanden kennengelernt hatte". Freunde aus der Uni stellten Fragen, wenn ich plötzlich Designer-Handtaschen trug. Ich entwickelte eine Cover-Story: Ein gut verdienender Freund, der gerne Geschenke machte. Halb wahr, halb Schutz meiner Privatsphäre.
Es gab auch emotionale Momente. Einmal, nach einem besonders schönen Wochenende in einem Chalet in Gstaad, fragte mich mein damaliger Daddy, ob ich mir vorstellen könnte, dass aus unserem Arrangement mehr wird. Ich musste ehrlich sein: Nein. Ich mochte ihn, ich schätzte ihn, aber ich liebte ihn nicht. Diese Klarheit zu wahren, ohne zu verletzen, war eine der schwierigsten Lektionen.
In meinem Text über Konflikte klären beschreibe ich solche Situationen ausführlicher. Sie gehören dazu, wenn man sich für alternative Beziehungsformen entscheidet.
Würde ich die Entscheidung wieder treffen?

Ohne zu zögern: Ja. Meine persönliche Geschichte als Sugarbaby in Zürich hat mich finanziell stabilisiert, emotional gereift und beruflich weitergebracht. Ich schloss mein Jura-Studium im Sommer 2023 mit einem Notendurchschnitt von 5.2 ab, schuldenfreier als 90 Prozent meiner Kommilitonen. Ich habe ein Netzwerk aufgebaut, das mir heute noch hilft. Und ich habe gelernt, was ich in einer Beziehung will und was nicht, vielleicht schneller, als es in konventionellen Beziehungen möglich gewesen wäre.
Natürlich ist Sugardating nicht für jede geeignet. Es erfordert Selbstbewusstsein, Grenzen und die Fähigkeit, mit gesellschaftlichem Druck umzugehen. Aber für mich, in meiner Situation, mit meinen Zielen, war es die richtige Wahl. Laut einer Studie des Instituts für Soziologie der Universität Zürich von 2022 geben 67 Prozent der befragten Sugarbabes an, mit ihrer Entscheidung zufrieden zu sein. Ich zähle mich dazu.
FAQ: Häufige Fragen zu meiner Sugardating Entscheidung
Warum habe ich mich für Sugardating entschieden und nicht für einen Kredit?
Ich entschied mich gegen einen Studienkredit, weil ich nicht mit 50000 Franken Schulden ins Berufsleben starten wollte. Laut Comparis betrugen die durchschnittlichen Studienschulden in der Schweiz 2022 etwa 44000 Franken bei einem durchschnittlichen Zinssatz von 4,5 Prozent. Sugardating bot mir eine Möglichkeit, mein Studium zu finanzieren, ohne mich jahrelang zu verschulden, und gleichzeitig wertvolle Lebenserfahrung zu sammeln.
Wie kam ich zur Entscheidung für Sugardating konkret?
Der Auslöser war eine Kombination aus finanzieller Not, einem Gespräch mit einer Bekannten, die bereits Sugarbaby war, und mehreren Wochen Recherche. Ich las Erfahrungsberichte, informierte mich über Plattformen wie MySugardaddy, und analysierte nüchtern, ob ich die emotionalen und praktischen Anforderungen erfüllen konnte. Die finale Entscheidung fiel, als ich realisierte, dass die Alternative – Studienabbruch oder noch mehr Arbeitsstunden – langfristig schädlicher wäre.
Was waren die wichtigsten Gründe für den Einstieg ins Sugardating?
Erstens die finanzielle Notwendigkeit, zweitens die Frustration mit traditionellem Dating, drittens die Flexibilität, die Sugardating meinem Studium gegenüber bot. Ein vierter Grund war die Neugier auf eine Beziehungsform, die klare Erwartungen von Anfang an kommuniziert, statt sie unter romantischen Illusionen zu verstecken. Ich wollte Ehrlichkeit, und Sugardating bot mir genau das.
Bereue ich meine Sugardating Entscheidung heute?
Nein, keine Sekunde. Meine Erfahrungen als Sugarbaby haben mich finanziell stabilisiert, persönlich weiterentwickelt und beruflich vernetzt. Natürlich gab es schwierige Momente, aber die positiven Aspekte überwiegen deutlich. Ich würde heute anderen Frauen in ähnlicher Situation nicht aktiv dazu raten, weil jede ihre eigene Entscheidung treffen muss, aber ich würde auch nicht davon abraten, wenn die Voraussetzungen stimmen.
Wie lange brauchte ich, um mich für Sugardating zu entscheiden?
Von dem Gespräch mit meiner Bekannten im November 2022 bis zur Erstellung meines Profils vergingen etwa drei Wochen. In dieser Zeit recherchierte ich intensiv, sprach mit einer weiteren Person, die Erfahrung hatte, und reflektierte über meine eigenen Grenzen und Erwartungen. Ich wollte sichergehen, dass ich diese Entscheidung aus den richtigen Gründen traf und nicht aus Panik oder Naivität.
Fazit: Meine Sugardating Entscheidung als Wendepunkt
Meine Entscheidung für Sugardating war kein impulsiver Sprung ins kalte Wasser, sondern eine durchdachte Reaktion auf eine konkrete Lebenssituation. Sie befreite mich von finanziellem Druck, öffnete mir neue Perspektiven und lehrte mich mehr über Beziehungen, Kommunikation und mich selbst, als ich erwartet hatte. War es immer einfach? Nein. War es die richtige Wahl für mich? Absolut.
Wenn du selbst überlegst, ob Sugardating für dich in Frage kommt, rate ich dir: Sei ehrlich zu dir selbst über deine Motivation, deine Grenzen und deine Erwartungen. Informiere dich gründlich, sprich mit anderen, die Erfahrung haben, und höre auf dein Bauchgefühl. Meine persönliche Geschichte als Sugarbaby in Zürich ist meine Geschichte, nicht deine Blaupause. Aber vielleicht hilft sie dir, deine eigene Entscheidung klarer zu sehen.